Cannabis Growing im Winter

Dass der Freilandanbau von Cannabis im Winter nur in den warmen Regionen unseres Planeten erfolgversprechend ist, dürfte den meisten grow!-Lesern klar sein. Wer nicht gerade in der Karibik, Thailand oder einer anderen, ähnlich warmen Gegend wohnt, muss im Winter Pause machen, oder seinen Garten nach drinnen verlegen.
 
Der lndooranbau stellt für Mitteleuropäer die einzige Möglichkeit dar, auch im Winter frische Hanfblüten ernten zu können. Unser Autor Steve wohnt zwar nicht in Europa, aber auch in den USA gibt es Staaten, wo das Klima dem mitteleuropäischen sehr ähnlich ist. Als Cannabis-Patient darf Steve sein eigenes Medikament anbauen, und er tut dies nicht nur im Sommer, sondern natürlich auch im Winter: Steve ist es wichtig, stets frische und qualitativ hochwertige Heilkräuter zur Verfügung zu haben. Gerade im Winter, so findet Steve, kann es schwierig und relativ teuer werden, hochwertige Cannabisblüten zu bekommen. Um unabhängig zu sein und auf Nummer sicher zu gehen, baut Steve sein Gras schon seit Jahren selbst an. So hat er die Kontrolle darüber, womit die Pflanzen gedüngt, mit welchen Mitteln sie besprüht und wann und wie sie geerntet werden. Auf die Qualität von Cannabis haben viele Faktoren Einfluss, und wenn man — so wie Steve — die Pflanze als Medikament einsetzen will, ist eine hohe und möglichst gleichbleibende Qualität sehr wichtig. Hinzu kommt, dass in Steves Heimat die Preise für medizinisches Cannabis im Winter stark ansteigen, besonders wenn die Outdoorernte aufgebraucht und nur noch lndoorgras verfügbar ist. Dann wird gutes Gras knapp und entsprechend teuer. Wenn alles gut läuft, schafft Steve pro Winter zwei Ernten. Das reicht ihm, um gut über die kalte Jahreszeit zu kommen. Im Laufe der Zeit hat er festgestellt, dass das Growen im Winter neue Möglichkeiten schafft, aber auch Herausforderungen bereit hält. Es bietet so manchen Vorteil, gleichzeitig muss sich der Grower aber auch mit den Nachteilen herumschlagen.
Einer der wichtigsten Faktoren, den Grower im Auge behalten sollten, ist die Raumtemperatur. Cannabis gedeiht am besten bei Temperaturen zwischen 22° und 25° C, auch wenn einige Sorten höhere Gradzahlen tolerieren oder sogar bevorzugen. Zu diesen Sorten gehören die reinrassigen Sativas wie etwa „Mekong Haze" oder „Kali Mist". Sie mögen es vergleichsweise warm und fühlen sich bei Temperaturen zwischen 25 und 29° C am wohlsten. Durch die Zugabe von CO2 in die Raumluft sind Pflanzen in der Lage, mit noch höheren Temperaturen klar zu kommen. Deshalb wird die Zugabe von CO2 gerne eingesetzt, wenn die Temperatur im Growraum hoch ist und es zu aufwendig wäre, sie mit einer Klimaanlage herunterzukühlen.
Jedoch hat die Zugabe von CO2 nur dann  Sinn, wenn der Growraum luftdicht ver-siegelt ist und keine Absaug- oder Zuluft-ventilatoren das eben zugefügte CO2 wieder aus dem Raum entfernen bzw. dessen Konzentration senken. Etwa i.oo0 ppm (Parts per Million) sollte die CO2-Konzentration in der Raumluft betragen. Dann können die Pflanzen nicht nur Hitze besser verarbeiten, sie wachsen auch schneller, nehmen mehr Wasser und Nährstoffe auf und bringen am Ende 5 bis 15 Prozent mehr Ertrag. Aber, wie gesagt, dass funktioniert nur, wenn von außen keine Luft eindringen kann und die Ventilatoren ausgeschaltet sind. Die meisten Grower werden aber auf eine zusätzliche CO2-Gabe verzichten und die besten Ergebnisse im Temperaturbereich zwischen 22° und 25° C erzielen. Beim lndooranbau kommt man an künstlicher Beleuchtung nicht vorbei. Der Einsatz von professionellen Pflanzenlampen wie HlD oder Plasma verspricht deutlich bessere Ergebnisse als Leuchtmittel mit geringerer Leistung, wie etwa die T-5-Röhren oder kompakte fluoreszierende Lampen. Doch der Nachteil der pro-fessionellen Lampen ist, dass sie neben dem Licht vor allem viel Wärme erzeugen. Und diese Wärme muss nicht selten mit einigem technischen und energetischen Aufwand wieder aus dem Raum transportiert werden, um die lnnentemperatur im Rahmen zu halten hanfburg
Bei all den Vorteilen, die moderne Lampensysteme bieten, stellt die Abwärme solcher Geräte in vielen Fällen ein Pro-blem dar. Um das in den Griff zu bekom-men, muss oft ein hoher technischer und finanzieller Aufwand betrieben werden. So ist beim Einsatz von HlD-Lampen eine gute Ventilation und Luftzirkulation uner-lässlich. Und wenn das nicht reicht, kann etwa eine Klimaanlage nötig werden, die für die erforderliche Abkühlung sorgt. Sol-che Geräte, insbesondere Klimaanlagen, sind Energiefresser. Sie werden in der Regel elektrisch betrieben und machen sich deutlich auf der Stromrechnung bemerkbar. Noch aufwendiger wird es, wenn Löcher in Schlafzimmerwände oder durch Decken gebohrt werden müssen, um die warme Abluft los werden zu können. Es kann zu einem echten Ärgernis werden und viel Geld kosten. ln einigen Fällen lassen es die örtlichen Gegebenheiten nicht zu, die Wärme aus dem Growraum abzuführen, so dass es dort im Sommer viel zu warm wird. Steve hat einige lndoor-Grower in seinem Bekanntenkreis, die im Sommer eine Pause einlegen und ihre lndoorGärten stilllegen. Es wäre viel zu aufwendig und zu teuer, den sommerlichen Temperaturen trotzen zu wollen.
Im Winter dagegen ist die Abwärme der HlDLampen ein „Segen". Sie sorgt — zumindest während der Beleuchtungsphase — für angenehme Temperaturen. Bei zu niedrigen Temperaturen wachsen die Pflanzen nur langsam, die Wurzeln bilden sich schlecht und ihr Stoffwechsel und die Produktion von neuen Blättern werden gehemmt. Schädlingen und Krankheiten gegenüber zeigen sich Pflan-zen bei niedrigen Temperaturen weniger widerstandsfähig. Bei laufenden Lampen ist eine Temperatur von unter 20° C als zu niedrig einzustufen. Cannabis-pflanzen benötigen wärmere Temperaturen, um ihr enormes Wachstumspotential ausschöpfen zu können. Wie erwähnt, sind Temperaturen zwischen 22 und 25° C für die meisten Sorten okay. Ein wei-terer Grund, warum die Raumtemperatur des Growraums nicht unter 20° C fallen sollte, hängt mit zwei gefährlichen Can-nabis-„Feinden" zusammen: Grauschim-mel (Botrytis) und Echter Mehltau.
Hierbei spielt nicht nur die Temperatur, sondern auch die Luftfeuchtigkeit eine wichtige Rolle. Die ideale relative Luftfeuchtigkeit in einem Growraum sollte zwischen 45 und 56 Prozent liegen. Herrscht in einem Growraum eine höhere Luftfeuchtigkeit, besteht die Gefahr — insbesondere während der Blütephase bei dicken, dichten Buds — dass sich Grauschimmel bildet und die betroffenen Pflanzenteile vernichtet.
Auch Echter Mehltau bevorzugt kühlere Temperaturen und eine höhere Luft-feuchtigkeit. Und sollten die Pflanzen be-reits durch die kalten Temperaturen ge-stresst und geschwächt worden sein, so ist es noch wahrscheinlicher, dass der Schimmel die Überhand gewinnt.
Während der Beleuchtungsphase reicht die Abwärme der Lampen in den meisten Fällen aus, um die Temperatur im Growraum auf die passenden Werte zu bringen. Problematischer wird es, wenn die Lampen aus sind. lnnerhalb der zwölfstündigen Dunkelphase kann es nötig sein, eine Wärmequelle, etwa ein Heizgerät, in Betrieb zu nehmen, um ein zu starkes Absinken der Raumtemperatur zu verhindern. Die Temperatur sollte auch bei Dunkelheit möglichst nicht unter 19° C fallen. ldealerweise ist das Heizgerät mit einem Thermostat und einer Fernbedienung ausgestattet und schaltet sich bei einer bestimmten Temperatur selbstständig ein bzw. wieder aus.
Steve bevorzugt die „Tower-Heater" ge-genüber den runden, und hält die elektri-schen für sicherer als die gasbetriebenen. Er selbst benutzt am liebsten die oszillierenden elektrischen Tower-Heater mit Thermostat. Manche seiner Grower-Kollegen müssen in ihren Growräumen auch einen Entfeuchter einsetzen. Anders bekommen sie die hohe Luftfeuchtigkeit nicht in den Griff. Für so manchen „Winter-Grower" gehören Heizgerät und Luftentfeuchter zur Standartausrüstung.
Und gibt es auch eine gute Seite beim  „Winter-Growing"? Für Steve stellt es einen großen Vorteil dar, dass er im Winter die maximale Leistung in seinem Growraum einsetzen kann. lm Sommer zwingt ihn die hohe Außentemperatur, schwächere Lampen mit weniger Watt und Lichtleistung einzusetzen. lm Winter hingegen kommen 1000-Watt-Lampen zum Einsatz, die jeweils 1,5 Quadrat-meter seines Growraums beleuchten. Pro Lampe zieht er zwischen vier und acht Cannabispflanzen. Jeweils zwei Lampen hängen in einem drei Quadratmeter großen Raum und ermöglichen — entsprechende Nährstoffgabe und Betreuung vorausgesetzt — eine Ernte von bis zu zwei Kilo getrockneter und manikürter Hanfblüten. Ein anderer Vorteil des Growens im Winter ist, dass viele Hanfsorten während der Blütephase einen deutlichen Temperaturunterschied zwischen Beleuchtungs- und Dunkelphase mögen. Das hat höchstwahrscheinlich mit ihrer Entwicklungsgeschichte zu tun, denn in freier Natur ist es nachts auch wesentlich kühler als tagsüber. So mancher Cannabis-Experte ist der Meinung, dass eine Temperaturdifferenz von 2 bis 4° C zwischen der Beleuchtungs- und Dunkelphase dazu führt — wobei während der Dunkelheit natürlich die niedrigere Temperatur herrscht —, dass die Pflanzen dichtere und wirkstoffreichere Blüten bilden. Wie auch immer, solange die Temperatur nicht unter die 19-Grad-Marke fällt, fühlen sich die meisten Cannabissorten wohl. Steve weist darauf hin, dass auch die Temperatur des Gießwassers im richtigen Bereich liegen sollte. Denn das Wasser gelangt direkt in die Wurzelzone und hat einen Einfluss auf dessen Temperatur. lm Sommer sollte die Gießwasser-Temperatur zwischen 19 und 2o° C betragen. Das hilft der Pflanze, die som-merliche Wärme besser zu vertragen. lm Winter sollte die Gießwasser-Temperatur ebenfalls zwischen 19 und 20° C liegen — und nicht viel darunter. Denn geht die Temperatur unter die 19° C, kann das Wurzelsystem beschädigt werden, zudem wird die Nährstoffaufnahme verschlechtert. Steve stellt seine Pflanzentöpfe nie auf den Boden, denn die Kälte könnte dann direkt in den Topf „steigen". Er sorgt dafür, dass die Töpfe auf einer lsolierung stehen, und sei es nur ein Ziegel-stein, auf dem der Topf steht und so vom kalten Boden getrennt ist.
Wenn es um das Keimen von Samen oder das Bewurzeln von Stecklingen geht, wird im Winter in den allermeisten Fällen die Verwendung eine Heizmatte notwendig. Die wird unter das Anzuchtgewächshaus gelegt und verschafft den jungen Pflanzen warme „Füße". Einige dieser Heizmatten sind mit einem regelbaren Thermostat ausgestattet. Bei anderen ist die Temperatur voreingestellt, so dass sie immer 3° C über der Umgebungstemperatur liegt. Es ist nicht einfach, die optimale Temperatur für das Keimen von Samen einzustellen, denn unterschiedliche Cannabissorten haben unterschiedliche ideale Keimtemperaturen. Wenn Steve eine neue Sorte ausprobieren will, nimmt er erst mal Kontakt mit dem Züchter auf, um sich über die allgemeinen Richtlinien zum Anbau dieser Sorte zu informieren. Zu diesen lnformationen gehören nicht nur Blütedauer und Nährstoffempfehlungen, auch die optimale Keimtemperatur gehört nach Steves Ansicht zu den wichtigen Angaben. Für die meisten Cannabissorten gilt, dass sie in einem Temperaturbereich zwischen 23 und 27°C gekeimt werden sollten.
Das Growen im Winter bedeutet immer auch, die Pflanzen vor Schimmel-, Mehltau- und anderen Pilzsporen zu schützen. Denn die feuchten und kalten Bedingungen, wie sie im Winter häufig herrschen, sind für Vermehrung und Verbreitung derartiger Sporen ideal. Die professionellen Grower aus Steves Bekanntenkreis behandeln ihren Growraum so, wie es die Hersteller von Computerchips mit ihren Produktionsstätten tun: Sie bezeichnen sie als „Rein-Raum", der von der Umwelt abgeschottet und so sauber wie möglich ist. Jede Barriere, die der Grower einbauen kann, um Staub, Keime und andere unerwünschte „Gäste" fern zu halten, sollte genutzt werden. Dazu gehören auch so einfache Dinge, z. B. dass keine Straßenschuhe im Growraum getragen werden sollten. Denn mit den Schuhen können Sporen und andere Organismen, die die Pflanzen schädigen könnten, in den Raum gelangen. Auch sollte man nicht dieselbe Kleidung im Growraum tragen, mit der man zuvor im Garten, Wald oder auf einer Wiese unterwegs war. Ebenso haben Kinder und Haustiere nichts im Growraum zu suchen. Steve hält es auch für selbstverständlich, nicht im Growraum zu rauchen — weder Zigaretten noch Joints. Vielmehr legt er Wert darauf, seinen Growraum zu schützen, indem er mit Kohlefiltern die komplette einströ-mende und auch die ausströmende Luft filtert. So haben es Schädlinge und Krank-heitserreger schwer, in den Raum zu ge-langen, und Gerüche kommen nicht he-raus. So mancher seiner Grower-Freunde hat die Fenster zu seinem Growraum mit Plastikfolie verschlossen. Dadurch können keine lnsekten, Krankheitserreger oder kalte Luft durch die Spalten nach innen drinnen. Außerdem schützt die Folie vor neugierigen Blicken und verhindert das Austreten von Licht. Wer weiße Folie verwendet, kann das Licht der Lampe reflektieren und so zu einer besseren Ausleuchtung gelangen.
Steve hält es für eine gute ldee, in ein Luftfilterungsgerät zu investieren, dass die Luft mit negativ geladenen lonen, UV-Licht und Ozon reinigt. Ein solches Gerät kann besonders im Winter viel Ärger ersparen. Es saugt die Luft ein und sterilisiert sie auf drei unterschiedliche Weisen, tötet Mehltau- und Schimmelsporen sowie andere Krankheitserreger, und filtert feine Staubpartikel, Härchen und andere Dinge heraus, die sich sonst auf den Blattoberflächen der Cannabispflanze ab-lagern und die feinen Poren verstopfen könnten. Eine andere „Verteidigungs-strategie", die das ganze Jahr über Sinn hat, ist das Filtern des Wassers mit einer Umkehrosmoseanlage. lm Wasser lebende Organismen wie auch Mineralien, industrielle Gifte und andere Verunreinigungen machen das Wasser ungeeignet für die Bewässerung von Pflanzen. Zu den größten Herausforderungen im Leben eines Cannabis-Growers gehört laut Steve die richtige Reaktion auf Schädlings- und Krankheitsbefall. Gerade im Winter, wenn auch die Pflanzen unter den niedrigen Temperaturen leiden — nicht anders als andere lebende Organismen auch — sind sie besonders anfällig für Krankheits- und Schädlingsbefall. Zu den häufigsten und gefährlichsten Schädlingen gehört der Echte Mehltau und das sowohl im lndoorals auch im Outdooranbau Indoor Growing Anleitungen
Echter Mehltau ist eigentlich ein Pilz. Er wird über Sporenflug verbreitet und nistet sich auf den Oberflächen von Blättern ein. Er bohrt ein Saugrohr in das Blatt und saugt ihm das Leben regelrecht aus. Dabei verursachen die Erreger kleine Wunden auf den Blättern, die das Wachstum der Pflanze hemmen und den Ertrag reduzieren. ln den letzten Wochen der Blüte kann ein unkontrolliert ausufernder Mehltau die komplette Ernte vernichten. Echter Mehltau ist in der Lage, mit einer Reihe unterschiedlicher Klimabedingungen in Growräumen klar zu kommen. Doch of-fensichtlich mag er es am liebsten, wenn Temperaturen zwischen 14 und 19° C herr-schen, gepaart mit einer Luftfeuchtigkeit von über 5o Prozent. Gibt ihm der Grower derartig ideale Lebensbedingungen, und ist die Belüftung schlecht, stehen die Pflanzen zu dicht nebeneinander und handelt es sich dann auch noch um Sorten mit geringer Mehltauresistenz, dann kann sich der Grower auf eine harte Zeit gefasst machen. Steve ist dies passiert, als er vier Stecklinge der Sorte „ChemDawg" aus einer kalifornischen Dispensary gekauft hatte. Obwohl er die Stecklinge ganz genau mit einer Lupe untersucht hatte, sind ihm die Mehltausporen nicht aufgefallen. ln ihrer frühen Phase sehen Mehltausporen klaren Sandkörnern sehr ähnlich. Erst im Laufe der Zeit entwickeln sie sich zu kleinen, merkwürdigen Pilzen, die aus den Blättern wachsen. Als Steve wieder zuhause war und sich im lnternet über ChemDawg informierte, stieß er schnell auf die Warnungen: ChemDawg gilt als sehr anfällig gegenüber Mehltau.
Drei Tage später entdeckte Steve die  ersten kleinen „Sandkörner" auf eini-gen der ChemDawg-Blätter. Er überprüfte seinen ersten Eindruck mit einer Lupe und tatsächlich: Da campierten einige der bösartigen Mehltausporen auf den Blättern seiner jungen Pflanzen.
Nun hatte Steve verschiedene Möglichkeiten, um gegen die lnvasion vorzugehen. Ein Weg wäre, die Klimabedingungen im Growraum zu verändern. Denn Echter Mehltau mag es nicht so gerne warm und trocknen, sondern kalt und feucht. Wenn Steve die Temperatur in seinem Growraum auf über 25° C hebt und die Luftfeuchtigkeit unter 45 Prozent senkt, hat er die Bedingungen geschaffen, die der Mehltau so gar nicht mag. So kann er wenigstens verhindern, dass sich der Mehltau explosionsartig vermehrt, wenn nicht sogar ganz verschwindet. Doch das ist nur eine der „Waffen" und Strategien, die Steve in seinem lndoorgarten gegen den Mehltau einsetzen kann. So mancher Grower setzt bei der Schädlingsbekämpfung schnell auf Spritzmittel, in der Hoffnung, damit die Angreifer in die Flucht schlagen zu können. Es gibt die unterschiedlichsten Varianten von Spritzmitteln, einige enthalten Neemöl, andere Knoblauch, Zimt, Magermilch, Kalium oder Natron, Beinwell, Kamille, Kieselerde oder Fungizide. Dabei achtet Steve darauf, wenn überhaupt, nur Spritzmittel mit natürlichen Inhaltsstoffen zu verwenden. Von chemischen Fungiziden rät er dringend ab, denn die können nicht nur die Schimmelpilze angreifen, sondern auch die Gesundheit der Pflanzen und des Cannabiskonsumenten schädigen. Es sollte selbstverständlich sein, nicht sämtliche lnhaltstoffe auf einmal einzusetzen. Steve informiert sich erst im lnternet oder guten Grow-Bü-chern über Rezepte für wirksame Spritzmittel, die speziell für sein Problem entwickelt und getestet wurden. Oft kann er sich die lnhaltstoffe selbst besorgen und damit sein eigenes Spritzmittel her-stellen. Dann kann er sicher sein, zu wissen, was er auf seine Pflanzen sprüht. lst es nicht möglich, ein eigenes Mittel herzustellen, nutzt Steve die Angebote aus dem Growshop. Er hat gute Erfahrungen mit einem Produkt namens „Organicide" gemacht, das wie ein Blattdünger auf die Pflanzen gesprüht wird. Es ist ein Drei-ineins-Produkt, denn es wirkt gegen lnsekten, Schimmel und Mehltau.
Oft mischter das Organicide mit einem Kaliumsilikat-Produkt, denn das Kaliumsilikat hilft der Pflanze bei der Bildung von Zellen und macht sie besonders stabil, so dass sie lnsekten- und Mehltau-Bisse besser vertragen und überleben können. Den „Blutsaugern" fällt es so deutlich schwerer, an den Pflanzensaft zu gelangen. Ein weiterer Vorteil des Sprühens mit Kaliumsilikat soll sein, dass die Pflanzen damit bei der Produktion von Harzkristallen unterstützt werden. Zudem verbleibt ein Teil des Kaliums auf der Blattoberfläche, wodurch eine physikalische Barriere gegen Schimmel, Mehltau und andere Schädlinge entsteht. Doch derartige Sprays sind nicht immer eine gute Wahl, besonders, wenn die Pflanzen bereits in voller Blüte stehen. Dann kann es sinnvoller sein, die Pflanzen durch entsprechende Nährstoffe so zu stärken, dass ihr eigenes lmmunsystem in der Lage ist, die Angreifer abzuwehren. Zur Stärkung des pflanzeneigenen lmmunsystems setzt Steve Produkte aus dem Growshop ein, die einen Vitamin-BKomplex, Stickstoff, Phosphor und Kalium enthalten. Solche Produkte gibt es von verschiedenen Herstellern. Spritzmittel wirken zwar relativ schnell, dafür aber nur über einen kurzen Zeitraum und nur lokal auf den Stellen, auf die sie gesprüht wurden. Zu dem sind sie nicht in der Lage, sämtliche Sporen im Growraum-Milieu zu vernichten.
Um wirklich sicher zu sein, dass alle Mehltausporen vernichtet werden, bleibt nur der Einsatz eines Schwefelbrenners. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um ein Gerät, das ein Heizelement enthält, mit dem Schwefel erhitzt und verdampft wird. Doch warum sollte man in einem CannabisGrowraum Schwefel verbrennen? Ganz einfach, Schwefel tötet Mehltausporen und der Schwefeldampf ist in der Lage, sämtliche Oberflächen des Growraums und der Pflanzen zu erreichen. Und damit ist das Verdampfen von Schwefel die zuverlässigste und einfachste Methoden, sämtliche Sporen zu vernichten. Denn wenn auch nur wenige Sporen verschont bleiben würden, können sie für einen er-neuten Ausbruch des Mehltaus sorgen. Und diese Gefahr besteht, wenn nur mit Sprays gearbeitet wird, die lediglich auf die Pflanzen gesprüht werden.
auf Steve gehört ein SchwefelbrenLner ebenfalls zur Standartausrüstung eines jeden ernsthaften Growers, besonders, wenn er mit Stecklingen arbeitet. Denn Stecklinge gehören zu den wichtigsten Überträgern von Krankheiten und Schädlingen überhaupt, da sie vom Stecktingsproduzenten direkt in den Growraum kommen. Hat der Steck-lingsproduzent Probleme mit Mehltau oder ähnlichem, dann wird auch der Gro-wer aller Wahrscheinlichkeit dieses Pro-blem bekommen. Gute und fürsorgliche Stecklingsproduzenten arbeiten deshalb grundsätzlich mit Schwefelbrennern, um die Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten zu minimieren. Gerade in den kalten und dunklen Wintermonaten genießt es Steve immer wieder, sich in seinen warmen und lichtüberfluteten Growräumen aufzuhalten. Hier ist es nicht nur hell und warm, auch der Geruch und der Anblick der vitalen, satt-grünen Pflanzen lässt ihm das Herz aufgehen. Und während er sich bei seinen Pflanzen aufhält, stellt er ihnen mit jedem Ausatmen CO2 zur Verfügung. Und mit jedem Einatmen nimmt er den Sauerstoff auf, den seine Pflanzen frisch produziert haben. Und so schafft es Steve, von Oktober bis April zweimal zu ernten. Denn nur, weil es draußen kalt und dunkel ist, bedeutet das nicht, dass es auch in seinem Growraum kalt und dunkel wäre — im Gegenteil, hier ist auch im Winter das Klima sommerlich/tropisch warm und hell. Und sobald der Frühling naht, zieht er seine künftigen Outdoorpflanzen indoor vor, damit sie gut gestärkt in die neue Frei-luftsaison starten können